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ktuelle Buchtipps!
Projektmanagement – Leitfaden für die Planung,                 Überwachung und Steuerung von Projekten. 

Ein komplexes Thema hervorragend zusammengefasst, verständlich geschrieben und umfassend dargestellt. So lautet mein Fazit zu Manfred Burghardts Lehrbuch, das ich diesmal an den Anfang meiner Rezension stelle.

Ein dicker "Schinken" - wirklich - aber dennoch in jeder Hinsicht empfehlenswert für Menschen, die schon mal etwas mit Projektmanagement zu tun hatten oder zumindest über PM-Grundkenntnisse verfügen und insbesondere die verwendeten Standard-Begrifflichkeiten kennen. Und für Leserinnen und Leser, die einen PM-Leitfaden suchen, der die Grundprinzipien des PM strukturiert darstellt. Ideal auch für diejenigen, die ihr eigenes PM optimieren und aufgrund ihrer Erfahrungen Lücken schließen wollen.

Besonders gut gefällt mir Burghardts Ansatz, sich auf die Grundprinzipien und den allgemein gültigen Regelkreis von Projekten zu fokussieren. Dazu wird jeder Teilabschnitt ausführlich erläutert, so dass eine Anpassung für eigene Projekte problemlos möglich ist. Übersichtlich gestaltete Grafiken und Beispiele aus der Praxis veranschaulichen dieses komplexe Thema. Eine gute Ergänzung sind die beigefügten PM-Merkblätter, die im Schnellüberblick für jede Projektstufe die wichtigsten Kontrollfragen checklistenartig aufführen.

Durch diese Übersichtlichkeit und klare Struktur lässt sich meiner Meinung nach das Thema PM auch sehr gut als Einführung für Projektbeteiligte im Vorfeld einer Realisierung einsetzen. Dazu wird man im Kapitel Arbeitstechniken fündig. Insgesamt wirkt der Leitfaden sehr nüchtern, technisch und auf planerische Effektivität hin ausgerichtet. Das gilt selbst für das Kapitel Personalmanagement. Wer also zusätzliche und ausführlichere Unterstützung für die Bereiche Soft Skills, Kommunikation und Personal sucht, wird hier nur in Ansätzen bedient.

Für mich ist das aber kein Mangel, zumal es dazu umfangreiche Literatur gibt. Eine schöne Ergänzung sind übrigens die Erfahrungsberichte von Siemens-Projektmanagern in „Abenteuer Projektmanagement“, herausgegeben von Elisabeth Bittner und Walter Gregorc.

Einen großen Umfang nimmt das Kapitel Projektunterstützung ein. Hier beschreibt Manfred Burghardt ausführlich rechnergestützte Verfahren sowie Arbeitstechniken und neueste Tools von web-basiertem Projektmanagement. Im Anhang sind die wichtigsten Fachbegriffe erklärt ebenso wie die wichtigsten DIN-Normen. Relevante Internetportale und Adressen von Fachzeitschriften runden den Anhang ab.

Alle, die sich schon einmal durch den etwas sperrig übersetzten PMBOK®GUIDE des PMI durchgearbeitet haben, finden mit diesem Standardwerk von Manfred Burghardt einen wirklich sehr guten Leitfaden und eine sehr gute Ergänzung zum Thema Projektmanagement. 
 

Manfred Burghardt: Projektmanagement. Erschienen bei Publicis Publishing in der aktualisierten 9. Auflage von 2012.

Kosten: 119,00 Euro 

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Peter Körner: Bachelor 40+   
Plädoyer für ein neues Bildungskonzept                                Zum Hören!

Fachkräftemangel – ein Begriff der uns fast täglich begegnet und kontrovers diskutiert wird. Das vorliegende Buch von Peter Körner greift einen überaus wichtigen Aspekt zu diesem Thema in Sachen Qualifizierung von Mitarbeitern* auf.
Er fordert geeignete Maßnahmen für Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten älterer Arbeitnehmer. Als jemand, der selbst ein Zusatzstudium absolviert und den Spagat zwischen Familie, Beruf und Studium geschafft hat, freue ich mich über dieses Buch. Es fasst sehr gut zusammen, welche Überlegungen und unterstützenden Maßnahmen bei der Entscheidung zur zusätzlichen Qualifikation für die Generation 40+ notwendig und welche Potenziale in der Lebens- und Berufserfahrung von 40+ stecken.

Der eigene Wille, sich fortzubilden ist Voraussetzung. Aber auch die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Dazu zählen das familiäre Umfeld, die Bereitschaft von Unternehmen in Mitarbeiter zu investieren und Hochschulen sind gefordert, mit einem Studienangebot für den Bachelor oder Master 40+ zur Qualifizierung ebenfalls beizutragen.

Und vor allem: die antiquierte Vorstellung, dass eine Ausbildung oder ein Studium heute noch für ein ganzes Arbeitsleben ausreichen ist überholt. Dazu bedarf es passgenauer Bildungsangebote sowie einer neuen Definition von Talentpool und Personalentwicklung.

Alle Betroffenen müssen akzeptieren, dass eine Weiterbildung Zeit, Energie und Geld kostet. Nach Auffassung des Autors ist es außerdem wichtig, dass lebenslanges Lernen in der Gesellschaft „viel stärkere Anerkennung“ braucht. Auf diese Weise können „die Weichen für einen nachhaltigen Wandel des Arbeitsmarktes und der Personalpolitik“ gestellt und so dem Fachkräftemangel zusätzlich entgegengewirkt werden.

Für weitere Denkanstöße sorgen die Checklisten am Ende des Buches. Dort sind Fragen sowohl für Unternehmen, für politisch Verantwortliche und Hochschulvertreter sowie für Arbeitnehmer und ihren Weiterbildungsbedarf zusammengestellt. Meiner Meinung nach nichts Neues, aber doch eine gute Zusammenfassung für engagierte HR-Abteilungen und alle, die ihre Personalentwicklung wirklich weiter bringen wollen.

Fazit: Ein gut zusammengefasstes Plädoyer für das Thema, leicht zu lesen und als Impuls zum Weiterdenken geeignet.

Peter Körner:
Bachelor 40plus. Erschienen bei publicis publishing.
Kosten: 39,90 €

*
Es sind immer Männer und Frauen gemeint!

Klaus M. Kohlöffel, Hans-Jürgen August:
Veränderungskonzepte und Strategische Transformation          Hören!

Der Begriff Transformation bezeichnet allgemein die Veränderung einer Gestalt, Form oder Struktur. Für Unternehmen heißt das, sich auf Veränderungen im Markt einzulassen, sich Krisen und Trends zu stellen und gegebenenfalls ihre Gestalt, Form und Struktur zu verändern.
Die Autoren Klaus M. Kohlöffel und Hans-Jürgen August sehen diese Veränderungen als Chance, bisherige Geschäftsmodelle zu überdenken und durch strategisch geplante „Umformung“ Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten und sicher in die Zukunft zu bringen. Basis für ihre sogenannte „Strategische Transformation“ ist eine klassische konzeptionelle Grundlage, die den Handlungsrahmen festlegt, strategische Optionen entwickelt, in einem Plan zusammenfasst und schließlich das Management dieses Wandels beschreibt, so dass die geplanten Maßnahmen und Programme umgesetzt werden können.

Dieser Prozess der „Strategischen Transformation“ wird im Folgenden detailliert und durchaus gut verständlich erläutert. Meiner Ansicht nach aber stellenweise zu ausführlich, so als wollten die Autoren möglichst jeden Aspekt in diesem strategischen Transformationsprozess berücksichtigen. Das ist ein anspruchsvoller Ansatz aber für die Leser etwas langatmig. Zumal sich das Buch an Zielgruppen wendet, die entsprechende Vorkenntnisse haben. Bei der Beschreibung des strategischen Zielsystems fehlt mir zum Beispiel in der Grafik die Darstellung der Kommunikationsziele. Ohne sie können marketingspezifische Ziele gar nicht vermittelt werden. Auch in der zweiten Phase der strategischen Transformation, nämlich Strategieoptionen zu entwickeln, wird sehr viel Wert auf die Mechanismen zur Analyse des Marktumfeldes gelegt.
Diese Umfeldanalysen zu Trends, Innovationen, zur Branchen- und Marktentwicklung sowie zum Kunden- und Wettbewerbsverhalten sind notwendig und müssen mit dem eigenen Geschäftsmodell, seinen Zielen, Strategien, Ressourcen und Maßnahmen abgeglichen werden. Das Wissen darum kann man aber meiner Meinung nach beim Leser voraussetzen. Auch hier erschlägt mich als Leserin die Ausführlichkeit. Schön wäre es deshalb, wenn wichtige Kernaussagen im Text hervorgehoben werden. Das würde ein zielgenaueres Lesen möglich machen. Stellenweise wird auch von einem unternehmerischen Idealzustand ausgegangen, der meiner Meinung nach nicht realistisch ist. Das betrifft insbesondere das Kapitel zur Zusammenstellung eines herausragenden Teams. „Was also bringen die Mitglieder eines solchen außerordentlichen Teams mit? Ein wesentlicher Aspekt ist, dass sie danach streben und hohe persönliche Befriedigung daraus ziehen, Teil eines Teams zu sein, das Großartiges, Außerordentliches erschaffen will“, so die Autoren. Das ist mir zu viel Pathos, zumal Unternehmensrealität ganz anders und oft viel banaler aussieht. Auch der Hinweis auf die vielfältige Zusammensetzung eines Teams und die Gefahr, dass zu unterschiedliche Teammitglieder den Erfolg eines Veränderungsprojektes gefährden können ist eher Allgemeinplatz und bedarf nicht der Erwähnung. Das Thema Kommunikation, das ich am Anfang vermisst habe wird dann sehr ausführlich am Ende beschrieben. Allerdings fehlt mir hier der Hinweis auf die wichtige Rolle einer Kommunikationsabteilung und den Kommunikationsprofis, die zu einer modernen Unternehmensstruktur gehören und in den strategischen Transformationsprozess eingebunden werden müssen.

Fazit:
Ein unglaublich spannendes Thema, das sehr detailliert beschrieben wird. Für mich eher ein Lehrbuch denn ein Handlungsleitfaden für die Praxis - das war meine persönliche Erwartung. Trotzdem ist das Buch empfehlenswert für alle Interessierten, die sich diesem Thema nähern wollen oder müssen und weil die Komplexität von strategischen Veränderungen in Unternehmen sehr deutlich wird. Also bitte Ausdauer mitbringen!

Veränderungskonzepte und Strategische Transformation: Klaus M. Kohlöffel und Hans-Jürgen August, erschienen bei Publicis Publishing, Erlangen 2012.
Kosten: 49,90 Euro




Alexander Unverzagt und Claudia Gips:
Handbuch PR-Recht
 

                                                                                                       hören!
 
 
Der Tag der offenen Tür – eine klassische Maßnahme im Kommunikationsmix, um Interessierten einen Blick hinter die Kulissen eines Unternehmens zu geben. Die Planung steht: Die Reden sind geschrieben, das Catering und die Musik sind bestellt. Zusätzliches Highlight soll ein Gewinnspiel sein – also alles Bestens.

Sollte man denken. Aber: Haben Sie bei der Planung an den Glücksspielstaatsvertrag oder
das Jugendschutzgesetz gedacht? Wenn ja, Hut ab oder Sie haben im Unternehmen eine gut besetzte Rechtsabteilung. Bei großen Unternehmen mag das zutreffen, aber ob das in den kleineren Unternehmen und bei Freischaffenden so ist?

„Was vielen nicht bewusst ist: Gewinnspiele und Glücksspiele unterliegen hinsichtlich der Zulassung, Veranstaltung und der Werbung strengen gesetzlichen Regelungen“, so die beiden Autoren dazu in ihrem umfangreichen Handbuch zum PR-Recht.

Wir PR-Schaffende haben mit einer Fülle von gesetzlichen Regelungen und Vorschriften zu tun, auf die wir Rücksicht nehmen müssen: Schleichwerbung, Urheberrecht, das Recht am eigenen Bild und am gesprochenen Wort, Landespressegesetze, Datenschutz, Ad-hoc-Publizität, Online-Recht, Vorgaben für Geschäftsberichte, Kodizes, Agenturverträge und Honorare, Hausrecht, usw., usw.

Damit die Nicht-Juristen unter uns in diesem Rechts-Dschungel den Überblick behalten, haben Alexander Unverzagt und Claudia Gips in 19 Kapiteln alle relevanten rechtlichen Fragestellungen beschrieben und erläutert. Die Wichtigsten sind gleich im ersten Kapitel in einer Tabelle zusammengefasst. Auch im Kapitel Urheberrecht sieht man auf einen Blick, welche Gesetze und rechtlichen Vorgaben zu beachten sind.

Ansonsten wird mit grafischen Darstellungen gespart. Trotzdem kann man sich schnell in diesem Handbuch zurechtfinden – dank der guten Gliederung im Inhaltsverzeichnis sowie in der Stichwortliste am Ende. Besonderer Vorteil: Die Texte sind klar und auch für Nicht-Juristen verständlich formuliert.Eine juristische Beratung ersetzt das Buch natürlich nicht und entbindet uns auch nicht davon, die aktuelle Rechtsprechung zu verfolgen.

Fazit: Ein wirklich verständliches Handbuch und eine „Wegbeschreibung“ durch den Rechts-Dschungel. Sehr hilfreich, um grundsätzliche PR-Rechtsfragen im Berufsalltag einzuordnen und mögliche Fallstricke zu erkennen. Sehr empfehlenswert.

Handbuch PR-Recht: herausgegeben von der ‚depak Presseakademie‘, Berlin, 2010.
Kosten: 44,90 Euro.

PS: Ach so, sollten Sie im Gesundheitswesen unterwegs sein: Schon mal was vom „Vorläufigen Tabakgesetz“ gehört ?






Angélique Werner: Communication2Win.
                            
Praxishandbuch für innovative Marketingkommunikation im Zeitalter sozialer Netzwerke.                              
                                                              hören!           

Soziales Netzwerken im Internet – es gibt kaum ein Unternehmen, das dieses Thema noch ausblenden kann. Doch wie bindet man als Marketing- oder Kommunikationsverantwortlicher die vielfältigen Tools von Social Media im Alltag ein? Angélique Werner gibt einen sehr praxisnahen Einblick über die wichtigsten sozialen Online-Netzwerke (z.B. Google+, Twitter, Xing, LinkedIn, YouTube) sowie Regeln und Tipps zu Do’s und Dont’s im Umgang mit ihnen. Anhand eines eigenen Projektes zur Implementierung von Social Media beschreibt sie gut verständlich die Vorgehensweise und Umsetzung. Dabei setzt Sie auf eine konzeptionelle Arbeitsweise (sie nennt es FORCE-Modell) und starke Einbindung und Motivation der Mitarbeiter, die für ein funktionierendes soziales Netzwerk unerlässlich sind. Und das sowohl in der internen als auch externen Kommunikation beziehungsweise für unterschiedliche Marketingaktivitäten. Denn Social Media ist interaktiv und muss im kontinuierlichen Austausch stattfinden. Eine sehr gute Ergänzung sind Tipps wie z.B. Links zum Recherchieren, eine Tool-Übersicht sowie Checklisten und ein Glossar am Ende des Buchs. Fazit: Für Einsteiger in die Thematik sehr geeignet und natürlich für all diejenigen, die Social-Media-Tools zwar kennen, aber noch nicht aktiv einsetzen. Also: Nur Mut – so kompliziert ist es gar nicht und Irrtümer und Fehler sind erlaubt.

Angélique Werner: Communication2Win. Erschienen bei Publicis Publishing. Erlangen, 2012. Kosten: 29,90 Euro.

Stephanie Grupe: Public Relations. Ein Wegweiser für die Praxis.

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Cicero, Hermann,Traunsteiner, Burkhart, Füll: Training, Beratung und Workshops mit Feuer und Flamme. Kochen im Team.

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Dagmar Schütte: Mittelstands-PR in Deutschland.

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Martina Schäfer: Das schlagfertige Unternehmen.

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